Ikonizität

Die Vertiefung der Bildtheorie entwickelte sich bei meiner Arbeit in den letzten zwei Jahrzehnten immer auf Grundlage produktiver Gestaltung in verschiedenen Medien wie Malerei, Video, Fotografie, Performance, Aktionen oder Bühnenbild. Das Interesse Bildwirkungen zu reflektieren wurzelt in der Praxisforschung. Bilder wurden auf der Basis eines anthropologischen Bildbegriffs häufig im sozialen Bereich, im Atelier oder pädagogischen Arbeitsfeldern in unterschiedlichen Institutionen praktisch und theoretisch bewegt.

                   

Gottfried Böhm beschreibt im Topos der ikonischen Differenz und der Betonung des Zeigens (Deixis) grundlegende Positionen für den Umgang mit Bildern (Böhm 2007). Die aktuellen Ansätze zu Bildtheorien thematisieren für ihn visuelle Episteme, die offene Formen einer Polysemie umfassen. Böhm charakterisiert solch performative „Bildakte“ in dem Band „Wie Bilder Sinn erzeugen“ (S. 45-53) im Aufsatz „Jenseits der Sprache“. In jedem Anschauen eines Bildes der Kunst schwingen fließende Horizonte des Bewusstseins mit, die nicht unmittelbar im Sichtbaren gegeben sind.