Pädagogik

Das Implizite Wissen der im Feld der Kunstvermittlung wirkenden Akteure kann durch Methoden der qualitativen Sozialwissenschaft betrachtet werden. Visuelle Datenanalyse, als ein der Kunst nahestehendes Instrument, behandelte ich 2010 bei der Analyse von performativen Vorgängen in einem Theaterprojekt einer Gesamtschule. Die Gruppendynamik im Kontext der sozialen Kompetenz, aber auch die schöpferischen Prozesse, welche der Regisseur seinen Aktionen mit Schülern zu Grunde legte, sind in der Arbeit fragmentarisch hervorgetreten. Die Szenen wirken als dynamische Bildereignisse und konnten anhand der Fotografie und des Videos partiell als Lebenswelten der Jugendlichen reflektiert werden. An der Alanus Hochschule verfasste ich im Bereich Praxisforschung eine Masterarbeit mit dem Thema "Ästhetische Erfahrung in performativen Prozessen". Sie behandelt die Analyse der Gruppendynamik szenischer Bilder. Text herunterladen. Es ist ein Theaterprojekt in der Oberstufe einer Waldorfschule. Ausgehend von einer visuellen Dokumentation während der Proben und Aufführungen, die dem Entstehungsprozess des Stückes nachspürt, sind Interviews und ausgewählte szenische Bilder analysiert worden. Für die Analyse von Fotografien sind rezeptionsorientierte Methoden der Kunstwissenschaft verwendet worden.

    

Innerhalb der Pädagogik wurde dies intermediale Performance Projekt realisiert. (Siehe Video) Video, zwei Performer, Skulptur und Klangskulptur wurden im kontext des Surrealismus 2012 innerhalb der Abiturprüfungen realisiert. Anbei einige Videostills.

      

 

Fotografie und Identität spielte seit 2008 im Unterricht der Oberstufe eine wichtige Rolle, um die digitale Fotografie anhand von Identitätsinszenierungen zu integrieren.

  
 

Kunstvermittlung innerhalb der Pädagogik
Dem Begriff vom Bild haftet allgemein etwas in sich unbestimmtes an. Bilder sind in diesem Sinne nicht nur Fotos oder gemalte Bilder, sondern Bilder werden von mir als symbolische Kräfte verstanden, die in der Lage sind Menschen in einer tieferen Schicht zu berühren und umzuwandeln. Bilder, die in der heutigen Bilderflut wie Eintagsfliegen kommen und gehen sind nicht gemeint. Bilder müssen für die Menschen eine Relevanz und Bedeutung bekommen.
Bei meiner Arbeit in der Pädagogik ist der Bildbegriff in einer anthropologischen Dimension, die den ganzen Menschen erfassen kann, gedacht, so wie es in den aktuellen Diskursen zur Bildwissenschaft von Hans Belting beschrieben und von Ursula Stenger weitergedacht und auf erziehungswissenschaftliche Probleme bezogen wurde. Das Bild ist hier in einer den ganzen Menschen ergreifenden Dimension gedacht. Stenger entwickelt für ästhetische Erfahrungen eine Perspektive.„Entscheidend ist dabei, dass mit und durch eine Sache eine ganze Dimension hervorgebracht wird, eine Art des Lebens und Seins.“



Durch diese schöpferischen Umbrüche, die das Subjekt-Weltverhältnis der Person verwandeln, entsteht die Möglichkeit eine neue Art des Sehens und Begreifens zu entwickeln.
Man unterscheidet in den Diskursen zur Bildwissenschaft zwischen innerlich mentalen und äußerlich physischen Bildern, die sich in einem Medium verkörpern. Das Wandern, oder die Immaterialität innerer Bilder, die sich zwischen einem Medium und dem Körper bewegen können, ist eine der Grundthesen in der Bildanthropologie Beltings. Das bildhafte Erleben des Menschen ist für meine Erfahrung zunächst Imaginationskraft in weitestem Sinne. Eine differenzierte Beschreibung dieser Fähigkeit als grundlegende anthropologische Dimension findet sich bei Wulf in seiner „Ikonologie des Performativen“. Es handelt sich um eine Sphäre der Bildhaftigkeit die auch sprachlichen Äußerungen vorgelagert ist, eine Sphäre der Bildhaftigkeit, die mit dem habituell, impliziten Wissen verbunden ist.

Vgl. Stenger, U.: Zum Ereignischarakter von Bildungsprozessen. In: Wulf, C./Zirfas, J.: Pädagogik des Performativen. S. 59-70.
Wulf, C.: Zur Performativität von Bild und Imagination. In: Ikonologie des Performativen. S. 9-30.

                                                                     

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