Ereignis

              

Bildereignis  /  Kunstforschung als ästhetische Wissenschaft

Der Modebegriff des Performativen spaziert als Chameleon seit einigen Jahren durch viele Forschungsfelder. Ursprünglich entwickelte Heidegger in seinem Vortrag über "Sein und Zeit" schon 1962 den Begriff vom Ereignis, viele Forscher knüpfen zwar im Kontext Performativität hier an, ohne aber explizit Performativität auf dem Horizont des Ereignis Begriffs zu verankern. Der Verlust der ursprünglichen Tiefe von Heideggers Verwendung des Begriffs im Zusammenhang mit der Zeit, spiegelt in den aktuellen Diskursen eine gewisse Unübersichtlichkeit, die eine Verwendung des Wortes Performativ im Sinne von Ereignis schwierig macht. Ereignis meint hier zunächst das Besondere, den Zufall (Tyche), etwas abgründiges, welches sich in ästhetischen Erfahrungen verdichten kann (Claude Romano hat in dem Band Erscheinung und Ereignis einiges beigetragen zum Verständis des Ereignisbegriffs). Zunächst bewegte ich anhand der Beschäftigung mit der Tanzwissenschaft das Performative speziell im Hinblick auf „Korporalisierende Performativität“ [1], dies waren meist Aktionen und Strategien künstlerischen Handelns, die sich auf Performance Aktionen in verschiedenen Zusammenhängen bezogen.

Für meine ästhetische Forschung wurde aber zunehmend der Bildbegriff relevant. Die Facetten der Bildtheorie sind vielfältig, besonders das Eikones Institut Basel entwickelt unterschiedliche Zugänge zum Thema. Beispielsweise in dem dort publizierten Band Bildperformanzen. Ein einführender Denkansatz in dem Sammelband wurde von Sybille Krämer formuliert. "Gibt es eine Performanz des Bildlichen? Reflexionen über ‚Blickakte‘. 2009"
Der Performative Turn allgemein öffnete in den Kulturwissenschaften einen Grenzbereich. Nur diskursiv beschreibenderText als Medium der Wissensvermittlung wird fragwürdig. Strukturalistische Textmodelle, ausgehend von der Priorität des Linguistic Turn, waren eindeutige und anerkannte Repräsentanten für wissenschaftliche Validität. Ein statisch diskursiver Wissenschaftsbegriff in Texten für Kulturstudien steht durch die zeitlichen Kategorien der dynamisch, mehr Prozess orientierten Performativität beispielsweise durch Bildereignisse im Kontext der Zeitperspektive des Films, zur Disposition.[2] (Siehe auch die Untersuchungen im Rahmen des Sonderforschungsbereich Kulturen des Performativen an der Freien Universität Berlin.)


[1] Vgl. Sybille Krämer,: Performativität und Medialität. S.13-30.