Bildprozesse

Zeitlichkeit im Bild ist ein rästelhaftes Geschehen, reflektiert wird es zunehmend in vielen Diskursen, ein von der DFG gefördertes Projekt  "Zeit der Darstellung"  Ästhetische Eigenzeiten in Kunst, Literatur und Wissenschaft wurde von Michael Gamper und Helmut Hühn herausgegeben. Die Texte dieser Veröffentlichung stehen exemplarisch für die unterschiedlichen Aspekte, in welchen aktuell das Verhältnis von Bild und Zeit untersucht wird.

Die Entstehung eines Bildes zu verfolgen ist ein zeitlicher Prozess. Das Bild im Werden, Paul Klee nannte das die Genese des Bildes. Der schöpferische Vorgang, die Wandlung und Transformation der Form kann im malerischen Tun beobachtet werden. Eine Filmsequenz ermöglicht es, das Entstehen von Formgesten sowie die Bewegungen der Hand oder des Pinsels zu fokusieren.

Protention nannte Husserl den Strom der Zeit der aus der zukunft fortwährend in die Gegenwart leuchtet, im Gegensatz zur Retention dem Strom der Zeit der  aus der Vergangenheit als Nachklang in die Gegenwart wirkt. Zwischen Vergangenheit und Zukunft wirkt das Ereignis, die schöpferische Handlung in der Gegenwart im Widerstand durch das Material.